
Die vielleicht wichtigste Veränderung ist eine, die man nicht sofort sieht: Wo Sie heute noch einzelne Hallen und getrennte Wege erleben, entsteht in den kommenden Jahren ein zusammenhängendes, lebendiges Quartier. Die Weser-Ems-Hallen, die EWE Arenen und die Messehalle verschmelzen zu einer architektonischen und markentechnischen Einheit – verbunden durch einen neuen, zentralen Boulevard und offene Plätze, die zum Verweilen einladen. Wir schaffen nicht nur ein modernes Veranstaltungszentrum, wir schaffen einen neuen, pulsierenden Treffpunkt, der den Stadtteil Donnerschwee nachhaltig aufwertet. Das ist die große Vision.
Die Seele bleibt, der Komfort steigt.
Der Veranstaltungskomplex der Weser-Ems-Hallen in Oldenburg liegt in zentraler städtischer Lage zwischen Europaplatz, Kramermarktsfläche und dem Hauptbahnhof. Die bestehende Struktur von Gebäuden aus verschiedenen Jahrzehnten wird grundlegend umstrukturiert und das Erscheinungsbild neu entwickelt: Kernstück der Maßnahme ist der Neubau einer Kongress- und Konzerthalle sowie neuer Säle. Ergänzt wird dieser durch die Erweiterung des Foyers der kleinen EWE-Arena sowie durch eine westliche Konferenzspange, die die neuen Räumlichkeiten mit den bestehenden Arenen verbindet und zusätzliche Aufenthaltsbereiche im Süden schafft.
Für den Entwurf des Neubauprojekts an den Weser-Ems-Hallen zeichnen die Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) verantwortlich. Das Architekturbüro mit Gründungssitz in Hamburg und weiteren Standorten auf der ganzen Welt fasst das bisher heterogene Ensemble mit einer ruhigen, sachlichen Architektursprache zusammen: klare Gebäudekanten, einheitliche Attikakanten und durchgehende Stützenraster. Der neue Haupteingang wird als Kolonnade mit einer hohen Glasfassade gestaltet und an die Nordostecke des Ensembles verlegt. Weitere Zugänge im Norden, Nordosten und im Süden verbessern die Erreichbarkeit und schaffen einladende Foyerbereiche für die verschiedenen Funktionen.
Die geschlossenen Fassadenflächen werden als großformatige Sichtbeton-Fertigteile ausgeführt, während die verglasten Bereiche als Pfosten-Riegel-Konstruktion mit Dreifachverglasung realisiert werden. Das Tragwerk der Kongresshalle besteht aus Stahl-Fachwerkträgern mit einer Spannweite von rund 36,5 Metern, die auf Stahlbetonstützen ruhen. Die Gründung erfolgt über Stahlbetonsohlplatten auf Tiefgründung mittels Bohrpfählen. Die Dächer werden extensiv begrünt und mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Die Wärmeversorgung des Komplexes ist an das bestehende Nahwärmenetz der EWE angebunden.
Das gesamte Raumprogramm ist auf maximale Flexibilität ausgerichtet. Bei Bedarf, beispielsweise bei Großveranstaltungen, können alle Hallen zusammengeschaltet werden, sodass die Besuchenden diese witterungsgeschützt erreichen können. Die Größe der Säle im Obergeschoss kann durch mobile Trennwände angepasst werden und ermöglicht so eine flexible Nutzbarkeit der Flächen. Die neue Kongress- und Konzerthalle bietet bei Bestuhlung mit ausgefahrener Teleskoptribüne bis zu 2.000 Sitzplätze und bei Stehveranstaltung bis zu 3.000 Personen Platz. Die Hauptbühne ist zudem ebenerdig absenkbar. Somit ist der Saal multifunktional bespielbar.
Mit einem generalistischen Ansatz und der Erfahrung aus über sechzig Jahren realisiert gmp Projekte im Dialog mit den Auftraggebern und den beteiligten Planungsdisziplinen in jedem Maßstab und kulturellen Kontext, in jeder Planungsphase und auf allen Kontinenten. Die Bandbreite der Projekte umfasst unter anderem Hochhäuser, Bürobauten, Stadien und Kulturbauten. Zu gmps Expertise gehören auch Veranstaltungs- und Kongresszentren wie die Musik- und Kongresshalle in Lübeck, die Neue Messe Leipzig, das Nationale Messe- und Kongresszentrum in Tianjin, China, oder zuletzt die Sanierung der Hyparschale in Magdeburg.
Eine Investition dieser Größe ist eine Verantwortung – für Oldenburg, für die gesamte Region. Es geht um weit mehr als neue Räume. Es geht um einen Mehrwert, der nachhaltig zurückfließt.
Der Neubau wird nach neuesten energetischen Standards errichtet und für großflächige Photovoltaik-Anlagen vorbereitet. Das ist kein Trend, sondern ein harter Wettbewerbsvorteil. Immer mehr Top-Unternehmen vergeben ihre Events ausschließlich an zertifizierte, nachhaltige Standorte. Wir werden dieser Standort und holen damit neues, hochwertiges Business nach Oldenburg.
Jeder Euro, der in die Hallen investiert wird, fließt vielfach in die Region zurück. Renommierte Institute beziffern die Wertschöpfung von Business-Events auf einen Faktor von bis zu 1:15 – durch zusätzliche Übernachtungen, Restaurantbesuche und Aufträge für lokale Betriebe. Die Transformation ist damit ein kraftvoller Impuls für den gesamten Wirtschaftsstandort und trägt dazu bei, Oldenburgs Image als attraktiven Ort für Fachkräfte zu stärken.

Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz, sondern als Partner der vielfältigen Oldenburger Kulturszene. Die neuen, flexiblen Räume und die moderne Technik schaffen auch neue Bühnen für lokale Künstler:innen, Nachwuchstalente und Kooperationen mit städtischen Kulturinstitutionen. Wir schaffen einen Ort, der die bestehende Kulturlandschaft nicht verdrängt, sondern bereichert.